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Friday, October 1, 2010

Trost

Trost

Tröste dich, die Stunden eilen,
Und was all dich drücken mag,
Auch die schlimmste kann nicht weilen,
Und es kommt ein andrer Tag.

In dem ew'gen Kommen, Schwinden,
Wie der Schmerz liegt auch das Glück,
Und auch heitre Bilder finden
Ihren Weg zu dir zurück.

Harre, hoffe. Nicht vergebens
zählest du der Stunden Schlag:
Wechsel ist das Los des Lebens,
Und - es kommt ein andrer Tag.

Theodor Fontane

Thursday, April 1, 2010

Poem of the Month

Bei der Leipziger Buchmesse haben Besucher Frühlingsgedichte gelesen.

Monday, March 1, 2010

Poem of the Month

O bleib treu den Toten
O bleib treu den Toten,
die lebend du betrübt,
o bleib treu den Toten,
die lebend dich geliebt!

Sie starben, doch sie blieben
auf Erden wesenlos,
bis allen ihren Lieben
der Tod die Augen schloss.

Indessen du dich herzlich
in Lebenslust versenkst,
wie sehnen sie sich schmerzlich,
dass ihrer du gedenkst!

Sie nahen dir in Liebe,
allein du fühlst es nicht;
sie schauen dich an so trübe,
du aber siehst es nicht.

Die Brücke ist zerfallen;
nun mühen sie sich bang,
ein liebes Wort zu lallen,
das nie hinüberdrang.

In ihren Schattenleben
quält eins sie gar zu sehr.
Ihr Herz will dir Vergeben,
ihr Mund vermag's nicht mehr.

O bleibe treu den Toten,
die lebend du betrübt;
o bleibe treu den Toten,
die lebend du geliebt.

Ein Grab schon weiset manche Stelle
und manches liegt im Traum und Duft;
nun sprudle frische Lebensquelle
und rausche über Grab und Kluft!

Monday, February 1, 2010

Poem of the Month

It is school holidays again, therefore no knit-wise blogging this week. However, my husband has provided us with wonderful Winter Wonderland Eye Candy which I shall share with my readers this week.

Wehmut

Ihr verblühet, süße Rosen,
Meine Liebe trug euch nicht;
Blühet, ach, dem Hoffnungslosen,
Dem der Gram die Seele bricht!

Jener Tage denk ich trauernd,
Als ich, Engel, an dir hing,
Auf das erste Knöspchen lauernd
Früh zu meinem Garten ging.

Alle Blüten, alle Früchte
Noch zu deinen Füßen trug,
Und vor deinem Angesichte
Hoffnung in dem Herzen schlug.

Ihr verblühet, süße Rosen,
Meine Liebe trug euch nicht;
Blühet, ach, dem Hoffnungslosen,
Dem der Gram die Seele bricht.

von Johann Wolfgang von Goethe

hier gefunden

Friday, January 1, 2010

Tuesday, December 1, 2009

Christina Rossetti

Sonnets are full of love
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Christina Rossetti (1881)
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Sonnets are full of love, and this my tome
Has many sonnets: so here now shall be
One sonnet more, a love sonnet, from me
To her whose heart is my heart’s quiet home,
To my first Love, my Mother, on whose knee
I learnt love-lore that is not troublesome;
Whose service is my special dignity,
And she my loadstar while I go and come
And so because you love me, and because
I love you, Mother, I have woven a wreath
Of rhymes wherewith to crown your honored name:
In you not fourscore years can dim the flame
Of love, whose blessed glow transcends the laws
Of time and change and mortal life and death.
(This is the dedicatory sonnet that prefaces Rossetti’s fourth collection, A Pageant and Other Poems.)

Wednesday, November 4, 2009

Weil Du nicht da bist

Weil du nicht da bist

Weil du nicht da bist, sitze ich und schreibe
All meine Einsamkeit auf dies Papier.
Ein Fliederzweig schlägt an die Fensterscheibe.
Die Maiennacht ruft laut. Doch nicht nach mir.

Weil du nicht bist, ist der Bäume Blühen,
Der Rosen Duft vergebliches Bemühen,
Der Nachtigallen Liebesmelodie
Nur in Musik gesetzte Ironie.

Weil du nicht da bist, flücht ich mich ins Dunkel.
Aus fremden Augen starrt die Stadt mich an
Mit grellem Licht und lärmendem Gefunkel,
Dem ich nicht folgen, nicht entgehen kann.

Hier unterm Dach sitz ich beim Lampenschirm;
Den Herbst im Herzen, Winter im Gemüt.
November singt in mir sein graues Lied.
»Weil du nicht da bist« flüstert es im Zimmer.

»Weil du nicht da bist« rufen Wand und Schränke,
Verstaubte Noten über dem Klavier.
Und wenn ich endlich nicht mehr an dich denke,
Die Dinge um mich reden nur von dir.

Weil du nicht da bist, blättre ich in Briefen
Und weck vergilbte Träume, die schon schliefen.
Mein Lachen, Liebster, ist dir nachgereist.
Weil du nicht da bist, ist mein Herz verwaist.

Mascha Kaléko

Monday, October 19, 2009

Nicht alle Schmerzen sind heilbar


Nicht alle Schmerzen sind heilbar

Nicht alle Schmerzen sind heilbar, denn manche schleichen
Sich tiefer und tiefer ins Herz hinein,
Und während Tage und Jahre verstreichen,
Werden sie Stein.

Du sprichst und lachst, wie wenn nichts wäre,
Sie scheinen zerronnen wie Schaum.
Doch du spürst ihre lastende Schwere
Bis in den Traum.

Der Frühling kommt wieder mit Wärme und Helle,
Die Welt wird ein Blütenmeer.
Aber in meinem Herzen ist eine Stelle,
Da blüht nichts mehr.

Ricarda Huch